Schmerz

Egal, ob man sich ein Bein bricht oder an gebrochenem Herzen leidet - im Gehirn zeigt sich der Schmerz an derselben Stelle. Einer Studie amerikanischer und australischer Wissenschaftler zufolge aktivieren ,,soziale Schmerzen“, wie ausgeschlossen zu werden, dieselben Hirnregionen wie körperliche Schmerzen. Die Forscher von der Universität von Kalifornien ließen Studienteilnehmer ein Videospiel spielen, bei dem sich drei Spieler einen Ball zuwarfen. Dabei glaubten die Probanden, sie spielten mit echten Menschen zusammen, während in Wahrheit zwei der Spieler computergesteuert waren. Die Forscher schufen Situationen, in denen sich die Probanden ausgeschlossen fühlen mussten. Dabei maßen sie mit einem bildgebenden Verfahren die Aktivität bestimmter Gehirnbereiche.

In der ersten Versuchsrunde ließen die Forscher die Testpersonen glauben, sie könnten auf Grund eines technischen Problems noch nicht teilnehmen und müssten zuschauen. In der zweiten Runde durften die Probanden dann ins Spiel einsteigen. Nach wenigen Ballwürfen begannen die zwei vermeintlichen Spielpartner jedoch, sich den Ball nur noch gegenseitig zuzuwerfen. In beiden Runden wurden die Studienteilnehmer also ausgeschlossen, sie empfanden dies jedoch nur während der zweiten Versuchsanordnung als Zurückweisung.

Im Gehirn stieg in beiden Situationen die Aktivität im ,,vorderen cingulären Cortex“ an, einem Teil des Stirnhirns. Während der zweiten Spielrunde nahm auch die Aktivität in einem Teil des rechten präfrontalen Cortex zu, einer anderen Region des Stirnhirns. Dieser Bereich wird mit der Stressregulierung in Zusammenhang gebracht. Vermutlich werde diese Region aktiv, um das Gefühl des Ausgegrenztseins zu mildern. Die Abläufe seien fast identisch mit denen, die bei der Verarbeitung körperlicher Schmerzen im Gehirn gefunden worden seien.

Quelle: Weser-Kurier, S.30, 22.10.2003

Placebo-Effekt bei Schmerz überprüft

Bestimmte Hirnregionen schwächen die Schmerzwahrnehmung, sobald Patienten an einen analgetischen Effekt einer Arznei glauben. Das haben US-Forscher jetzt mit bildgebenden Verfahren (fMRI) herausgefunden. Sie behandelten 47 Personen mit einer Wirkstoff-freien Salbe und reizten dann behandelte Hautstellen mit Hitze oder Elektroschocks. Die Forscher sagten der Hälfte der Teilnehmer, daß sie eine schmerzlindernde Salbe bekämen, der anderen Hälfte, daß die Salbe wirkungslos sei. Glaubten die Personen an eine schmerzlindernde Wirkung, war die Aktivität in Bereichen für Schmerzwahrnehmung wie Thalamus und anteriorer cingulärer Kortex deutlich reduziert. Zugleich war eine Region im präfrontalen Kortex kurz vor dem Schmerzreiz überaktiv. Die Forscher vermuten, daß diese Region die Aktivität der Schmerzzentren dämpft (Science 303, 2004, 1162).

Ärzte Zeitung Nr. 79, Donnerstag, 29. April 2004, S. 10

Physischer Schmerz bei Kummer

Liebeskummer, Zurückweisung und der Verlust eines geliebten Menschen verursachen auch körperliche Schmerzen. Das ist das Ergebnis einer Studie an der University of California in Los Angeles, berichtet die Fachzeitung “Ärztliche Praxis". Die Forscher maßen dabei die Gehirnaktivität von Menschen, die Situationen “sozialer Zurückweisung" ausgesetzt waren.

 Dabei fanden sie heraus, dass sich seelischer Schmerz an derselben Stelle im Frontalhirn zeigen. Die bei den Probanden ermittelten “Aktivationsmuster" ähnelten der Aktivität der Nerven bei körperlichen Schmerzen, etwa nach einer Verletzung beim Sport.

Wiesbadener Kurier, 16.01.04, S.3

Wie sehr bei Schmerzen der Bezug zur Person und seiner Biografie angeschaut werden muss, zeigt auch diese Studie: Quelle: Uni Heidelberg, 19.11.2010
Rückenleiden und Depression Hand-in-Hand
Chronische Rückenschmerzen gehen häufig mit Depressionen einher. Eine sogenannte multimodale Schmerztherapie, die ärztliche sowie physio-, ergo- und psychotherapeutische Behandlungen zusammenfasst, kann betroffenen Patienten besonders gut helfen.

Literatur:
Influence of depression symptoms on serum tumor necrosis factor-a of patients with chronic low back pain
Haili Wang et al.; Arthritis Research & Therapy
doi:10.1186/ar3156
(2010)

Influence of comorbidity with depression on interdisciplinary therapy: outcomes in patients with chronic low back pain
Haili Wang et al.; Arthritis Research & Therapy
doi:10.1186/ar3155
(2010)

Site Map

[Siebel_Bestaetigungen] [Gehirn] [Mutterliebe] [Schmerz] [Chemie] [Bedauern] [Entscheidungen] [Irrational] [Musik] [Gedächtnis] [Träume] [Kindermathe] [Humor/Lachen] [MS] [Laborwerte]