Irrational

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist das sogenannte unkontrollierte Verhalten, das unverständlich-irrationale z.B. bei Zorn, Wut oder stärkeren Ausbrüchen (siehe den “gehirnphsysiologischen Schalter”, beschrieben in “Umgang. Einführung in eine psychologische Erkenntnistheorie” 4.Aufl., 1995 und in Noosomatik Bd.V-2) [siehe “GPS” oder hier zu ADHS]. Dabei muß von physiologischen Entsprechungen ausgegangen werden, deren Ursachen erkannt werden müssen, um solches Verhalten überhaupt ändern zu können:

    Ina Wanner und Rüdiger Vaas: Signal-Vorverarbeitung durch Dendriten im Kleinhirn in: Spektrum der Wissenschaft Juni 1995 S. 26-30

    In diesem Artikel wird beschrieben, wie Neuronen entsprechend der Reizmenge ihre Aktivität modulieren.

    An Dendriten (“Empfängerteil” einer Nervenzelle) von Purkinje-Zellen im Kleinhirn (Zellen mit sehr vielen Dendriten, die sehr viele Informationen aus anderen Bereichen erhalten und verarbeiten) wurde gezeigt, daß diese auf einen ankommenden Impuls mit einem Einstrom von Calcium-Ionen reagieren, die Calcium-Konzentration intrazellulär an dem erregten Bereich des Dendriten also kurzzeitig erhöht ist. Diese Erhöhung setzt im Dendriten biochemische Reaktionen in Gang, die z. B. dazu führen, daß Phosphatgruppen an die Ionenkanäle der Zellmembran geheftet werden, was den Ioneneinstrom beeinflußt und so die Zelle weniger erregbar macht. Diese Herabsetzung der Erregbarkeit nach verstärkter Reizung wurde auch als “Langzeitdepression” bezeichnet.

    Auf diese Weise können Reize dauerhafte “Spuren” hinterlassen (neuronale Plastizität), was als eine Grundlage von Lernprozessen erachtet wird.

    Und: “Hemmende Neuronen können im Gehirn ihresgleichen orten” (Neue Funde in “Ärztezeitung” 26.1.2000 S.17)

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